“Die Wahrheit über Arnold Hau”.

Freitag, Februar 3, 2012 geschrieben von

Wir haben es drei mutigen Männern zu verdanken, dass sie das vielfältige Schaffen von Arnold Hau einem breiten Publikum zugänglich machten. Hau gehört zu den großen Unbekannten, zu den Nicht-vergessenen, denn niemand der Kulturschaffenden nahm ihn wahr. Hau wirkte im Verborgenen und es ist durchaus ungewiss, ob er mit dieser Herausgabe seiner Werke einverstanden gewesen wäre. Aber hat nicht auch Max Brod den Wunsch seines Freundes Kafka, seine Werke zu vernichten, nicht erfüllt, zum höheren Wohle der menschlichen Kultur und zum Leidwesen vieler Gymnasiasten? Manchmal fehlt einem Künstler eben die Distanz zum eigenen Werk.

mauerwerk – 6

Mittwoch, Januar 4, 2012 geschrieben von

Ich nenne es “Zebra frisst blaue Blume “.

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Mir gefällt der Gedanke, dass hier zwei Personen unabhängig von einander am Werk waren. Gefunden in der Ritterstraße.

Ungehört – raptus im Limes (Köln) 17.12. 2011

Sonntag, Dezember 25, 2011 geschrieben von

wir besuchten ein anderes Konzert und kamen erst nach dem Auftritt. Ich schätze, wir haben was verpasst. Die Setlist deutet das an:

 

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Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist 18.10.1777 – 21.11.1811

Montag, November 21, 2011 geschrieben von

Heute vor genau 200 Jahren setzte Heinrich von Kleist am kleinen Wannsee seinem Leben ein Ende. Er ging nicht allein. Heinriette Vogel, an Krebs erkrankt, wollte mit ihm zusammen sterben. Er schoss zuerst ihr in die Brust, dann sich selbst in den Mund.  Vorher ordneten sie ihre Verhältnisse und hinterließen in einem Gasthaus Abschiedsbriefe und einen Koffer mit einigen Hinterlassenschaften. Kleist machte keine Angaben, wie mit seinem Leichnam zu verfahren sei. Henriette Vogel dagegen wollte mit Kleist zusammen beerdigt werden. Sie gab darüberhinaus in ihrem letzten Brief ” [...]eine recht schöne blaßgraue Tasse, inwendig vergoldet, mit einer goldnen Arabeske auf weißem Grunde zum Rand, und am Oberkopf in weißem Felde meinen Vornamen, die Fasson wie sie jetzt am modernsten ist”[...] in Auftrag, die ihrem Ehemann Friedrich Ludwig Vogel “am Weihnachts-Heiligabend” zugestellt werden sollte (Kleist, Werke, hrsg. v. H. Sembdner Bd.2, 888f).

Wheeler, Briggs, Schloss & The Strokers

Samstag, November 19, 2011 geschrieben von

Ein Kollege hat mir letztens diese CD ausgeliehen, nach dem Sean Wheeler, Zander Schloss und Pascal Briggs im Antifa-Cafe “Gegendruck”, einer echt winzig kleinen Klitsche in der Altstadt von Heidelberg, akustisch aufgespielt haben. Die Platte habe ich die letzten Tage im Auto  rauf und runter gehört, mit zunehmender Begeisterung. Sie besticht durch die ersten Songs, die handgemacht folkig daherkommen und später sumpfig-rockig-punkigen Klängen weichen und dann in recht melancholische, leise Töne umschlägt. Es ist diese Mixtur und das Erdverbundene, das mich an der Platte fasziniert und betört, anders kann ich es nicht ausdrücken. Am besten tatsächlich mal bei Amazon reinhören! -  An dieser Stelle möchte ich mal auf einen fellow-blogger verweisen, der dieses neue Projekt  um Pascal Briggs (Ex-TV Smith) mit ihrer neuen Platte noch ausführlicher würdigt.

Erik Reger – Union der festen Hand

Donnerstag, November 17, 2011 geschrieben von

Unter dem Pseudonym Erik Reger veröffentlichte Hermann Dannenberger 1931 den Roman “Union der festen Hand”. Ausgehend von seiner langjähriger Arbeit in der Presseabteilung der Friedrich Krupp AG  legt er auf 500 Seiten die Anatomie des Kapitalismus  zur Zeit der Weimarer Republik frei. Er zeigt in die Realität kaum verhüllender Form die Machenschaften der Krupps und ihrer Geschäftspartner, die Verstrickungen der Firmen in die Politik, die Manipulation der Presse und den berechnenden Umgang mit der eigenen Belegschaft in epischer Breite und in überwiegend journalistischem Ton. Den Kapitalisten, die von einer Clique immer wieder auftauchender Figuren repräsentiert werden, stehen die Arbeitnehmer gegenüber, die sich ihrerseits in Angestellte, Arbeiter und deren Angehörige einteilen lassen. Den Kapitalisten gehört die Sympathie des Autors nicht. Sie werden durchweg  als arrogant, hochmütig, berechnend, zynisch, egoistisch und profitgierig dargestellt. Und ihre Handlungen bestätigen dieses Bild vollends. Der Unternehmer strebt nach Profit, dieser ermöglicht Macht, diese ermöglicht Einfluss, dieser wird zum Zwecke der Profitsteigerung eingesetzt, womit sich der Kreis schließt. Dieser Mechanismus ist wohl auch dem einfältigsten Occupy-”Aktivisten” klar und gehört zu den Urweisheiten des angewandten Kapitalismus. Das macht ihn aber deshalb noch nicht banal, im Gegenteil. Dieses Axiom des Kapitalismus gilt für jeden Bereich, der Geschäfte macht und durch die reine Größe und den Einfluss der Unternehmung eine Gesellschaft beeinflusst, ganz egal, ob es sich um riesige Montan- oder Schwerindustriekonzerne handelt, wie im vorliegenden Beispiel, oder um Banken wie im Moment.

12.11.2011 Rainald Grebe im Brahmssaal in Karlsruhe

Sonntag, November 13, 2011 geschrieben von

Ich mach’s kurz: irre!

Mauerwerk -5

Freitag, Oktober 28, 2011 geschrieben von

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Gefunden in Wilna

Nicht die besten Bilder, ich weiß. Aber von dieser Art waren in Wilna einige zu entdecken. Da muss einer eine Vorliebe für pummelige Nager haben…

Vom Stolpern! Fazit des persönlichen Twitterexperiments

Sonntag, Oktober 16, 2011 geschrieben von

Technisch gesehen kann das Experiment als halbwegs erfolgreich bezeichnet werden, obwohl ein paar Fotos den Weg durchs Netz scheinbar nicht gefunden haben. Sie treiben jetzt wohl als Datenschrott zerstückelt in kleine Packet rund um den Globus. Sei’s drum, schade ist es dennoch ein wenig. Ansonsten kann ich sagen, dass wenn ich alles getwittert hätte, was mir so durch den Kopf ging, ich wohl nur mit gesenktem Kopf durch die riesigen Messehallen gestolpert sein würde. So hätte ich natürlich viel weniger Eindrücke aufnehmen können und entsprechend weniger twittern können. Ein circulus vitiosus der modernen Kommunikation. Als mir auffiel, dass ich ohne den Kopf zu heben durch die Hallen lief, anderen Leuten im Weg stand oder meine Begleiter aufhielt, und ich zudem den Eindruck hatte, halbe Hallen nicht wirklich gesehen zu haben, habe ich weniger getwittert. Vielleicht funktioniert es besser, wenn man in einer Kaffeepause schreibt… Aber so oft kann nun auch nicht Pause machen, obwohl es reichlich Gelegenheit dazu gegeben hätte,denn an jeder Ecke befand sich ein Café. Aber im Sitzen bekommt man halt nicht so viel mit, worüber man twittern könnte. Noch ein Problem also! da müsste man mal über eine Lösung nachdenken. Aber wenn man sich meine und die zahlreichen anderen Tweets zur Buchmesse anschaut, erkennt man schnell, dass die anderen auch nicht viel wichtiges zu sagen haben, oder einfach nur nachplappern, was sie von wieder anderen aufgesschnappt haben. Offenbar zählt der Gehalt der Nachricht weniger als ihre bloße Existenz. Das scheint vielleicht sowohl das Grundübel als auch der große Vorteil von Twitter und des gesamten web 2.0 zu sein.

Twittern von der Buchmesse

Freitag, Oktober 14, 2011 geschrieben von

ich wage heute mal ein Experiment, mehr für mich als für unsere ohnehin kaum vorhandenen Leser :-) . ich möchte meinen Besuch auf der Frankfurter Buchmesse via Twitter dokumentieren… Zu finden auf twitter/lynkeus_turm.

hoffe, es funktioniert…

Pearl Jam – Ten (Collector’s Edition)

Montag, Oktober 10, 2011 geschrieben von

Musikalisch bin ich ein Kind der Neunziger. Dabei stellt das Jahr 1991 wohl eine Art “coming of age” meines Musikgeschmacks dar. Mein erstes New Model Army Konzert, die Veröffentlichung Nirvanas “Nevermind” und Pearl Jams “Ten”. Drei Ereignisse, die bis heute einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

In einem meiner vielen unvernünftigen Anflügen von nicht zu erklärendem Haben-Wollen, habe ich mir die “Ten – Collector’s Edition” von Pearl Jam gekauft. Ein Paket bestehend aus 2xCD, 1xDVD, 4xVinyl, 1xMC [sic!] plus einem Füllhorn an nerdigen Memorabilia. Kam heute an und seit nunmehr fast 4 Stunden habe ich Freude daran.

Nietzsches Jungendschriften

Sonntag, Oktober 9, 2011 geschrieben von

Zwischen dem 18. August und dem 1. September 1858 schreibt der 14-jährige Friedrich Wilhelm Nietzsche einen Text, der den Titel “Aus meinem Leben – I. Die Jugendjahre” trägt. Nein, nein keine Angst, das soll nicht der Aufhänger sein, um Autobiographien “jugendlicher”  ”Berühmtheiten” zu besprechen oder mit dem Vorbild aus dem 19. Jahrhundert zu vergleichen, auch wenn es sicherlich interessant wäre, Nietzsches Jugendschriften mit der eben erschienenen Autobiographie von Daniela Katzenberger zu vergleichen. Dazu müsste man dieses Werk aber gelesen haben, und ehrlich gesagt ist mir meine Zeit und mein Geld dafür zu schade. Sollte mir der Verlag oder sonstwer das Buch zur Verfügung stellen, werde ich dies natürlich sehr gerne tun ;-) .

Widerstand ist zwecklos! Iphone5 oder 4s – Vorstellung

Dienstag, Oktober 4, 2011 geschrieben von

Tim Cook, der neue CEO von Apple stellt im Moment die neuen Produkte von Apple vor. Viele erwarten ein neues Iphone. Es ist erschreckend, wie geil die Leute auf ein neues Iphone sind. Auf http://twitter.com/#!/search/iphone5 bekommt man einen Eindruck von dem Hype. Es wird interessant sein zu sehen, wie die Reaktionen ausfallen, wenn es doch kein Iphone5 gibt, sondern nur ein Iphone4s. Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt, wie Klärchen im Egmont einst sagte? Sicher, werden erstmal bei vielen Tränen fließen, aber dann werden viele mutig aufstehen und allen zeigen, was ein richtiger Applekunde ist. Man wir den Schlafsack waschen, sich einen Tag frei nehmen und vor dem nächsten Applestore campieren, in den sauren Apfel beißen und sich eben ein Iphone4s kaufen. Oder es sofort, egal zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen des Mobilfunkbetreibers im Netz bestellen.

Irrwege der Marktforschung – BMW F650 CS “Scarver”

Dienstag, Oktober 4, 2011 geschrieben von

Ok, jeder hat seinen eigenen Geschmack. Das ist mir klar. Der eine hat einen guten, der andere einen schlechten, und eine dritte Person einen seltsamen.  Gut, dass unsere Industrie jedem das liefert, was ihm gefällt oder was ihm halt gerade heute gefallen soll. Neben dem ästhetischen Wert verblasst oft die funktionale Seite eines Produkts. So ist es wohl auch bei Motorrädern. Brauchen tut man sie nicht. Mit Bus, Bahn oder dem Auto kommt man schließlich überall hin. Sie sind schnell, teuer und gefährlich. Und für jeden Geschmack gibt es eins. Wer schon ein  bissl älter ist und seine Schäfchen im Trockenen hat, stellt sich eine dicke, gemütliche Harley neben den Benz. Wer keine Kohle hat und auch nicht dafür arbeiten will, besorgt sich eine mehr oder weniger umgebaute Harley mit lächerlich hohem Lenker, lässt den Helm weg beim Fahren und schließt sich einem Motorradclub an und spielt den wilden Mann genauso wie der pensionierte Banker mit der dicksten Harley. Die Nachwuchsfahrer greifen zu 125ern, die naturgemäß langsam sind, aber aussehen sollen, als führen sie 300 km/h. Warum die Poserei aufgeben, die man schon beim Rollerfahren eintrainiert hat?

Martin Walser “Muttersohn“ 4. Fazit

Sonntag, September 18, 2011 geschrieben von

Mein abschließendes Fazit zu diesem Roman kommt ein wenig spät, ich weiß. Aber ich wollte erst einmal ein Abstand zwischen mich und das Buch bringen, um nicht in ein vorschnelles Urteil zu verfallen.
Also: ich halte den Roman im Ganzen für gescheitert. Die formale Anlage ist wirr, der Inhalt über weite Strecken einfach belanglos. Walser ist und bleibt ein Provinzialist, dessen Kosmos nicht über Main und Bodensee hinausgeht. Und genau so sind seine Figuren. Wenn hier offensichtlich versucht wird, über Dinge wie das Göttliche, den Glauben und die Liebe zu sprechen und eine den heutigen Umständen entsprechende Form dafür zu entwickeln, wieso wird dann doch wieder Swedenborg u.a. zitiert?
Ich denke, hier versucht jemand krampfhaft modern sein zu wollen, was aber wie so oft peinlich wirkt. Walser ist Schriftsteller aus einer anderen Zeit. Das sollte er akzeptieren und nicht versuchen etwas zu sein, was man nicht ist. Ein Kommentar zu einem Eintrag zu diesem Roman schrieb, hier lese man nicht, man erlebe mit. Leider stimmt das nur, wenn den Autor in den Blick nimmt. Man erlebt den Beweis des Unzeitgemäßen des Altmodischen im Versuch zeitgemäß sein zu wollen.